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RWE bittet Steuerzahler für Kohleausstieg zur Kasse

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14.03.2019 | 13:19
Brown coal fired power plants of RWE, one of Europe's biggest utilities in Neurath near Cologne

- von Tom Käckenhoff

- von Tom Käckenhoff

Der Versorger sei bereit, für den ersten großen Schritt bis 2023 weitere Braunkohlekraftwerke vom Netz zu nehmen, sagte Konzernchef Rolf Martin Schmitz am Donnerstag bei der Vorstellung der Jahresbilanz in Essen. "Uns ist klar, dass RWE den Löwenanteil der rund drei Gigawatt, die allein in der Braunkohle vom Netz gehen sollen, schultern soll." RWE könne das aber nicht alleine stemmen, sondern benötige Unterstützung durch die Politik. Als Entschädigung seien 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro pro Gigawatt angemessen. Auch der umkämpfte Hambacher Forst könne erhalten werden - wenn genügend Geld fließe.

Schmitz will den Versorger umkrempeln und auf Ökostrom trimmen. Hierzu will er die erst 2016 gestartete Tochter Innogy zusammen mit E.ON-Chef Johannes Teyssen noch in diesem Jahr zerschlagen - und RWE mit der Übernahme der Ökstromanlagen von Innogy und der von E.ON zum drittgrößten Produzenten von Ökostrom in Europa wandeln. Doch das Erbe aus dem Kohlezeitalter wird den Konzern, der künftig RWE Renewables heißen soll, noch lange belasten.

"EIN KRAFTAKT"

"Für RWE, unsere Beschäftigten, unsere Partnerfirmen und die Region wird das ein Kraftakt", sagte Schmitz. Die Politik müsse für den Ausstieg dabei so tatkräftig Unterstützung leisten, wie die Kohlekommission es empfohlen habe. RWE beschäftigt in den Tagebauen und Kraftwerken des Rheinischen Reviers knapp 10.000 Mitarbeiter. Davon könnten Schmitz zufolge bereits bis 2023 rund 2700 Stellen gefährdet sein. RWE werde bei dem Stellenabbau wohl nicht allein mit den üblichen sozialverträglichen Maßnahmen auskommen. Er setze aber auch hier auf die Gespräche mit der Bundesregierung.

Entgegenkommen signalisierte Schmitz im Fall des seit Jahren von Umweltschützern gegen den landschaftsfressenden Braunkohletagebau verteidigten Hambacher Forst. "Wir werden prüfen, was technisch mit Blick auf Standsicherheit, Rekultivierung und Wasserwirtschaft möglich ist." Wirtschaftlich und betrieblich wäre es zwar nicht sinnvoll, auf eine Rodung zu verzichten. "Aber Symbole haben eben ihren Preis, dann muss man ihn aber auch bezahlen wollen." Einen Verkauf der Kohleaktivitäten, wie ihn Vattenfall mit seinen ostdeutschen Anlagen an den tschechischen Versorger EPH vorgemacht habe, erwäge er nicht, sagte Schmitz. Er führe auch keine Gespräche darüber.

Im vergangenen Geschäftsjahr schrumpfte der operative Gewinn des Versorgers deutlich - vor allem, weil die Kohle-, Gas- und Kernkraftwerke wegen der gesunkenen Strom-Großhandelspreise weniger einbrachten. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei 2018 bezogen auf die Kennziffer "RWE Stand alone" auf 1,5 von zuvor 2,1 Milliarden Euro geschrumpft. Für 2019 stellt RWE 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro in Aussicht.

Den Aktionären will RWE für 2018 eine ordentliche Dividende von 70 Cent je Aktie und für 2019 von 80 Cent je Anteilsschein zahlen. 2017 waren es 1,50 Euro, davon eine Sonderdividende von einem Euro.

Im Artikel erwähnte Wertpapiere
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Finanzkennziffern (€)
Umsatz 2019 30 421 Mio
EBIT 2019 3 018 Mio
Nettoergebnis 2019 1 421 Mio
Schulden 2019 14 647 Mio
Div. Rendite 2019 4,93%
KGV 2019 15,13
KGV 2020 14,42
Marktkap. / Umsatz 2019 1,16x
Marktkap. / Umsatz 2020 0,77x
Marktkap. 20 494 Mio
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E.ON SE : Chartanalyse E.ON SE | MarketScreener
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Trends aus der Chartanalyse E.ON SE
KurzfristigMittelfristigLangfristig
TrendsFallendNeutralAnsteigend
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Mittleres Kursziel 10,2 €
Abstand / Durchschnittliches Kursziel 9,3%
Revisionen zum Gewinn/Aktie
Unternehmensführung
NameTitel
Johannes Teyssen Chairman-Management Board & CEO
Karl-Ludwig Kley Chairman-Supervisory Board
Karsten Wildberger Chief Operating Officer-Commercial
Marc Spieker Chief Financial Officer
Ulrich Lehner Deputy Chairman-Supervisory Board
Branche und Wettbewerber
01.01.Marktkap. (M$)
E.ON SE7.93%22 863
ELECTRICITÉ DE FRANCE-9.28%42 043
ENGIE8.22%36 825
SEMPRA ENERGY20.57%35 994
NATIONAL GRID PLC7.01%35 498
ORSTED AS21.18%33 150