Washington (awp/sda/dpa) - Ein von der US-Luftfahrtaufsicht FAA berufener Expertenausschuss braucht für die Prüfung der Zulassung von Boeings 737-Max-Krisenfliegern mehr Zeit als angenommen. Die Behörde rechne damit, dass das Gremium seine Ergebnisse erst in den kommenden Wochen abgebe.

Dies teilte ein FAA-Sprecher am Freitag (Ortszeit) in Washington mit. Der Sonderausschuss befasst sich mit der FAA-Zertifizierung von Boeings bestverkaufter Baureihe 737 Max, die nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten im März weltweit mit Flugverboten belegt worden war. Diese Prüfung sei unabhängig von der angestrebten Wiederzulassung der Maschinen, betonte der FAA-Sprecher.

Sowohl Boeing als auch die US-Aufsicht sind durch die Abstürze, für die ein Softwarefehler verantwortlich gemacht wird, schwer in die Kritik geraten. Auch andere US-Behörden untersuchen, ob bei der ursprünglichen Zulassung der Unglücksflieger durch die FAA alles mit rechten Dingen zuging.

Boeing steht im Verdacht, den Flugzeugtyp überstürzt auf den Markt gebracht und die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Wesentliche Teile des Zertifizierungsverfahrens soll die FAA dabei dem Hersteller selbst überlassen haben. Ob und wann die 737 Max wieder abheben darf, ist derzeit unklar. Boeing hofft auf eine Wiederzulassung im vierten Quartal, doch dies gilt als ungewiss.

United Airlines teilte unterdessen mit, Flüge mit Boeings 737 Max für einen weiteren Monat auszusetzen - bis zum 19. Dezember. Bis dahin dürften nun insgesamt voraussichtlich rund 9500 Flüge entfallen. Der Entscheid kommt wenig überraschend, nachdem der Rivale Southwest Airlines jüngst bekanntgegeben hatte, 737-Max-Flüge bis Anfang Januar zu streichen.