Die Wahrscheinlichkeit dafür liege bei 50 Prozent, sagte er am Donnerstag in Washington. Für die Bundesregierung sei es ein entscheidendes Thema, diese abzuwenden. Von den angedrohten Maßnahmen wären vor allem deutsche Anbieter wie Volkswagen, BMW und Daimler betroffen.

Altmaier hatte am Mittwoch bereits US-Finanzminister Steven Mnuchin getroffen, am Donnerstag dann den US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer. "Wir waren uns einig, dass wir an einer Lösung arbeiten müssen", sagte Altmaier. "Die Zeit arbeitet gegen uns." Das Treffen mit Lighthizer - einem Vertrauten von US-Präsident Donald Trump - sei konstruktiv gewesen und schaffe Vertrauen. Es werde aber noch Wochen und Monate dauern, um im Handelsstreit der USA mit Europa voranzukommen. "Es ist ein dickes Brett, das wir bohren müssen." Deutsche Firmen bräuchten aber Verlässlichkeit und Planbarkeit für Investitionen.

Altmaier hatte am Mittwoch gesagt, eine Handelsvereinbarung für Industriegüter sei bis zum Jahresende erreichbar. Der CDU-Politiker kann sich vorstellen, alle Zölle für die Industrie auf null zu reduzieren, damit beide Seiten profitieren. Umstritten ist aber, ob die Landwirtschaft hier miteinbezogen werden sollte. Die USA sind dafür. Angeführt von Frankreich und Irland lehnen die EU-Staaten dies dagegen ab. Der deutsche Maschinenbauverband VDMA forderte, rasch Verhandlungen ohne Vorbedingungen aufzunehmen.